• WILDBIENEN IN GEFAHR

Spendeninitiative für „Ein Haus für Wildbienen“ in Ohlstedt

Insektenhotel
Skizze des Wildbienenhause von Hannes Reuter / späterer Standort Ohlstedter Platz

(fp) Die Meldung hat uns aufgeschreckt: Im Oktober 2025 berichtet die Weltnaturschutzunion (IUCN) am Rande ihres Kongresses in Abu Dhabi: In Europa sind immer mehr Wildbienenarten gefährdet. Auf der europäischen Roten Liste der bedrohten Arten sind fast 100 Wildbienenarten neu als gefährdet, stark gefährdet oder vom Aussterben bedroht eingestuft worden. 2014 waren es noch 77, heute sind es 172 Wildbienenarten, die zu einer der drei bedrohten Kategorien gehören.

Wildbienen und Honigbienen sind lebenswichtig für unsere Gesundheit, für unsere Ernährungssysteme und auch für die Wirtschaft. Indem sie von Blüte zu Blüte fliegen, sorgen sie für Bestäubung und so für Obst und Gemüse. Vier von fünf Kulturpflanzen und Wildblumenarten in Europa sind auf die Bestäubung durch Insekten angewiesen. Fallen die Bienen und Wildbienen aus, gibt es keine Äpfel, keine Kirschen, keine Erdbeeren, keine Tomaten, keinen Kohl, keine Erbsen, keinen Blumenkohl, keinen Raps... auch keinen Kaffee und keine Wassermelonen. Es gibt auf der Welt kaum eine Ernte, ohne dass Wildbienen, Hummeln und Honigbienen oder auch Wespen im Einsatz wären.

Größtes Problem für die Bestäuberinnen ist der Verlust des Lebensraums. Sie brauchen eine naurbelassene Umgebung und blumenreiche Wiesen. „Stickstoffablagerungen aus Düngemitteln und der weit verbreitete Einsatz von Pestiziden, darunter Herbizide, die die Blumenvielfalt verringern, wirken sich negativ auf viele Bestäuber aus“, erläutert die IUCN.

Wir können jedoch durch Blühwiesen, Naturlandschaften und Moore sowie das Errichten idealer Nistbedingungen den bedrohten Wildbienenarten optimale Lebensumgebungen bieten. Im Bürgerverein haben wir deshalb beschlossen, in Ohlstedt das Angebot an Nahrungsquellen, Baumaterial und Nistplätzen für Bienen, Hummeln, Schmetterlingen und Wespen zu erweitern: Wir haben das Projekt „Ein Haus für Wildbienen“ ins Leben gerufen und würden uns freuen, wenn Sie uns mit Ihrer Spende dabei unterstützen!

Ein paar Fakten zu oberirdisch lebenden Wildbienen:

Als Solitärbienen, auch Einsiedlerbienen genannt, bauen sie ihre Nester und versorgen ihre Brut ohne Mithilfe von Artgenossen. Daher gibt es bei ihnen auch keine Arbeitsteilung und kein Speichern von Vorräten wie bei Hummeln oder Honigbienen. Die Weibchen beginnen nach der Paarung schon im März oder Anfang bis Mitte April mit dem Nestbau. Ihre Flugzeit endet in der Regel Mitte Mai, so dass ihnen ein Zeitraum von 4–6 Wochen für die Erzeugung von Nachkommen bleibt. Die Männchen beteiligen sich nie am Brutgeschäft. Jedes Nest wird nur von einem einzigen Weibchen betreut, das im Laufe seines kurzen Lebens ganz allein zwischen 4 und 30 Brutzellen baut und versorgt - und dann stirbt.

Das Weibchen legt in die hinterste Kammer der Niströhre zunächst ein Ei einer weiblichen Brut und befüllt die Zelle dann mit einem Brei aus Pollen und Nektar als Nahrungsvorrat. Nach Fertigstellung der Zelle wird diese mit einem Deckel verschlossen und eine weitere Zelle wird davor angelegt. Es folgen Ei und Nahrungsvorrat einer weiteren weiblichen Brut – bis in die vordersten zwei oder drei Kammern schließlich die Eier der männlichen Brut gelegt werden. Oft bleibt die äußerste Zelle leer, damit Fraßfeinde nicht angelockt werden. In jeder Zelle befindet sich genügend Futter für das gesamte Wachstum der Larve, die den Futtervorrat innerhalb von 3–4 Wochen verzehrt und sich dann nach und nach über das Puppenstadium bis schließlich zur fertigen Biene weiterentwickelt. Es stirbt das Weibchen, bevor seine Nachkommenschaft voll entwickelt ist; entsprechend gibt es keinen Kontakt zwischen den beiden Generationen. Die meisten heimischen solitär lebenden Bienenarten haben einen einjährigen Lebenszyklus und erzeugen nur eine Generation pro Jahr.
Quelle: www.wildbienen.info

https://www.nabu.de/ - dort: →Tiere und Pflanzen→Insekten und Spinnen→Hautflügler→ Bienen

https://www.nabu.de/tiere-und-pflanzen/insekten-und-spinnen/hautfluegler/bienen/01948.html

Die Bestäubungsleistung mancher Wildbienen ist beeindruckend - eine Pelzbiene zum Beispiel kann bis zu 8.800 Blüten pro Tag besuchen und schafft damit mehr als doppelt so viel wie ihre soziale Verwandte, die Honigbiene. Zudem sind Wildbienen in der Regel ausgesprochen friedliebende Tiere. Nur wenige dieser Arten wären überhaupt in der Lage, einen Menschen zu stechen - der Stachel ist zu kurz und zu schwach dafür. Zudem sind sie nicht darauf ausgerichtet, ihre Nester zu verteidigen und wären als Einzelkämpfer dazu auch nicht in der Lage.

Wie sollte unser „Haus für Wildbienen“ beschaffen sein, damit es Sinn macht? Hannes Reuter, der früher bereits ein großes Haus für Bienen gemeinsam mit Jugendlichen gebaut hat, berichtet: Wir bauen eine große Anlage, die mindestens 50 cm über dem Boden angebracht wird. Ein Rahmen wird dabei zunächst an zwei Pfosten befestigt, etwa 1 m breit, 80 cm hoch, aus stabilem, witterungsbeständigem Hartholz. Der Rahmen sollte mindestens 20 cm tief sein und er benötigt ein Dach und eine geschlossene Rückwand, damit sowohl das Material Halt findet als auch Wind und Regen die Konstruktion nicht gefährden können.

Es werden verschiedene Nistmaterialien in den Rahmen eingebracht. Röhren aus pflanzlichem Material stellen eine wichtige Nisthilfe für solitär lebende (nicht staatenbildende) Wildbienen dar. Die Röhren können z. B. aus Schilf und anderen hohlstängeligen Pflanzen bestehen. Sie sollten eine Länge von mindestens 8 bis 10 cm aufweisen, da die Bienen und Wespen mehrere Brutkammern hintereinander anlegen. Verschiedene Durchmesser sollten zwischen 3 und 12 mm liegen. So finden alle Arten die für sie passende Größe. Alle Niströhren müssen rückseitig geschlossen sein! Einige Bienenarten bevorzugen aufrecht stehende Halme und Zweige, die mit Mark gefüllt sind. Hierfür eignen sich vor allem Holunder und einige Bambussorten.

Eine weitere Möglichkeit bieten seitwärts in Holz, Äste, Stämme gebohrte Löcher (nicht in die Stirnseite, oder in die optisch so beliebten „Baumscheiben“, da diese beim Trocknen meist reißen und dann aufspleißen). Dabei sollte es sich um gut abgelagertes Hartholz von Buchen, Eichen oder Obstbäumen handeln. Das Holz muss unbehandelt sein, darf also nicht aus Pressspan hergestellt oder kesseldruckimprägniert sein! Auch Nadelhölzer sind für Insektenhäuser ungeeignet, da sich die Holzfasern nach dem Bohren aufstellen. Es muss dick genug sein, um 5 bis 12 cm tiefe Löcher hinein bohren zu können. Die Größe der Löcher kann von 2 bis 12 mm variieren, um verschiedenen Arten eine Nisthilfe anbieten zu können. Zwischen den Löchern sollte aber mindestens 2 cm Abstand sein, damit keine Risse entstehen. Hinter den Löchern muss zwei bis fünf Zentimeter ungebohrtes Holz übrigbleiben. Nach dem Bohren ist es außerdem ratsam, die gebohrten Eingänge zu glätten und den Holzstaub aus den Löchern zu klopfen.

Zum Schutz vor Vögeln und anderen Räubern wird der Rahmen auf der Vorderseite mit Hasendraht bespannt. Hilfreich ist nun noch eine Wasserstelle in der Nähe, so dass die Insekten aus Schlamm und anderem organischem Material ihre Häuschen modifizieren und auch verschließen können. Da Wildbienen kaum mehr als 500 Meter weit fliegen, soll das Wildbienenhäuschen inmitten der naturbelassenen Blühwiese auf dem Ohlstedter Platz errichtet werden. Ausrichtung Richtung Süden, da die Brut reichlich Wärme braucht, um aufwachsen zu können.

Die Anlage ist groß und anspruchsvoll und bedarf einiger handwerklicher Kenntnisse und Erfahrungen. Deswegen beabsichtigen wir, Hannes Reuter (https://easter-egg-design.de) mit der Herstellung zu beauftragen. Am Bau sollen sich zudem Kinder und Jugendliche beteiligen können.

Wir haben Kosten für Material und Handwerksleistungen kalkuliert und landen bei einem Gesamtpreis von rund 2.200 Euro. Gewiss, nicht wenig Geld – aber es geht um eine Anlage, die über viele Jahre Bestand haben soll und bei der nur bei Bedarf ab und zu das Nistmaterial erneuert werden muss.

Um dieses Projekt gemeinsam stemmen zu können, laden wir alle Ohlstedter, Wohldorfer und Duvenstedter Bewohnerinnen und Bewohner ein, sich mit Spenden an dem Projekt zu beteiligen.

  • SPENDENKONTO

  • Bürgerverein Duvenstedt/Wohldorf-Ohlstedt e.V.

  • Hamburger Sparkasse

  • IBAN: DE05 2005 0550 1056 2225 63

  • BIC: HASPDEHHXXX

  • Stichwort: „Bienenhotel“

    DANKE!

Biene

• RUNDWEG mit INFORMATIONEN

Der Bürgerverein plant bei einigen interessanten Gebäuden und Orten
Schilder mit kurzen Erleuterungen via QR Code link zu unserer Homepage zu erstellen.
Vor Jahren gabe es einen Rundweg mit Infotafeln (s.u.).

Wohldorfer Kornmühle
Foto: Archiv Bürgerverein/P.Reincke

Historisch-ökologischen Erlebnispfad (Christiane Bloemeke/CB)

Quelle: BV Jubiläumsbuch 2010

„(CB) Als vor 10 Jahren – im Mai des Jahres 2000- der historisch-ökologische Erlebnispfad mit einer großen Feier in der Schule am Walde unter Beteiligung von viel Prominenz eröffnet wurde, war das für Wohldorf-Ohlstedt schon ein besonderer Tag. Der damalige Umweltsentor Alexander Porschke sagte zur Eröffnung „Der Stadtteil Wohldorf-Ohlstedt hat jetzt einen Anziehungspunkt mehr. Der Erlebnispfad macht nicht nur Natur erfahrbar. Er zeigt auch, dass Umwelt eine Geschichte hat“. Und der ehemalige Landesschulrat Peter Daschner bezeichnete den Pfad als ein Beispiel für gelungenes Bürgerengagement. Beide haben damit in kurzen Sätzen viel Wahres gesagt. Die Idee und die Initiative, diesen Pfad in Wohldorf/Ohlstedt zu errichten, kam zwar seinerzeit im Rahmen meiner Arbeit als Umweltpädagogin von mir, aber das Projekt konnte nur realisiert werden, weil viele Mitwirkende es unterstützt haben.

Ausgehend von der Schule Am Walde konnte der Pfad erst mit Mitteln aus dem sogenannten Innovationsfond für Schulen aus der damaligen Schulbehörde zum Start gebracht werden. Dann aber wurde schnell deutlich, dass die Gelder nicht ausreichen, um die von mir geplanten 30 Stationen zu errichten. Kooperationspartner waren also sehr willkommen. Der Bürgerverein Duvenstedt- Wohldorf-Ohlstedt war – neben dem BUND (Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland) und der Revierförsterei Wohldorf dann einer der Kooperationspartner.

Über ein Jahr brauchte die Planung für den Pfad. Im Mittelpunkt der Arbeit standen insbesondere für mich sehr interessante Gespräche mit vielen BürgerInnen aus der Region, die einiges zur Stadtteilgeschichte beitragen konnten. Die Folge waren Stelltafeln, die unsere Stadtteilgeschichte mit klaren Sätzen und teilweise bebildert anschaulich wiedergeben. Viele BürgerInnen waren damals bereit, für dieses Projekt zu spenden. So haben einige nicht nur „ihre historische Tafel“ selber bezahlt, sondern noch darüber hinaus Spendengelder gegeben. Der Bürgerverein hat das Projekt immer maßgeblich begleitet und bei einigen öffentlichen Auftritten Seite an Seite mit der Schule Am Walde – vertreten durch den damaligen Schulleiter Jürgen Zweifel und mich – für das Projekt geworben.

Inzwischen sind zehn Jahre vergangen. Noch immer erfreuen sich etliche BesucherInnen an den historischen Tafeln. Für viele Kinder – besonders auch für die Kinder aus der Freiluftschule- sind die Naturerlebnisstationen eine spannende Begegnung mit der Natur. Doch die Zeit hinterlässt natürlich auch ihre Spuren. Mehrfach musste ich in den zehn Jahren dafür sorgen, dass die Naturerlebnisstationen wieder hergestellt werden. Der Vandalismus war dabei gering, viel mehr waren es einfach Abnutzerscheinungen oder witterungsbedingte Verschleißerscheinungen, die bedingt durch die hohe Nutzung der Stationen aufgetreten sind. An einigen historischen Stationen mussten die Emaille-Tafeln erneuert werden, weil die Sonne die Bilder ausgeblichen hatte. An manchen Stationen müssen wir zukünftig wohl die Texte auf den Schildern erneuern, weil sie nicht mehr passend sind und somit auch neue Schilder in Auftrag geben. Ich denke da beispielsweise an den Neuen Kupferhof, der zukünftig eine neue Nutzung hat und an das Gasthaus Zum Bäcker, wo nach dem traurigen Brand noch nicht klar ist, ob die historische Backstube wieder aufgebaut wird. Inzwischen ist auch die Begleitbroschüre mehrfach vergriffen und muss wieder neu aufgelegt werden.

Bislang konnten die Kosten für die Begleitbroschüre oder die Reparaturen auf dem Pfad aus den Spendengeldern, die sorgsam von der Schule Am Walde verwaltet werden, bestritten werden. Und vor zwei Jahren konnte der Pfad mit Hilfe von Spenden des Lions Club Walddörfer umfangreich renoviert werden. Für diese Initiative gebührt Herrn Christian Jacke immer noch ein herzliches Dankeschön. Doch jetzt sieht es schlecht aus mit der Zukunft des Erlebnispfades. Die Spenden sind aufgebraucht. Für weitere Reparaturen oder neue Schilder, auch für weitere Exemplare der Begleitbroschüre ist kein Geld mehr da.“

„Der Bürgerstaat ist nicht bequem, Demokratie braucht Leistung“
  Willy Brandt